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• AUSGANGSLAGE •

In unterschiedlichen Studien ist in den vergangenen Jahren mehrmals die Gesundheitskompetenz unterschiedlicher Zielgruppen erhoben wurden. Dabei wurde eines deutlich: Die Bevölkerung in Österreich weist im Vergleich mit anderen Staaten eine geringere Gesundheitskompetenz auf. Im Folgenden soll auf die wichtigsten Ergebnisse eingegangen werden.


Health Literacy Survey 2012 - Die HLS-EU Studie

Bei dieser Studie wurde festgestellt, dass die Bevölkerung in Österreich im Vergleich zu sieben anderen europäischen Staaten (Griechenland, Polen, Bulgarien, Irland, Spanien, Niederlande, Deutschland) eine unterdurchschnittliche Gesundheitskompetenz aufweist und an vorletzter Stelle rangiert. Den Ergebnissen zufolge hat die Mehrzahl der Österreicher/-innen (56,4%) eine inadäquate oder problematische Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz liegt dabei in allen drei Teilbereichen (Krankheitsbewältigung, Prävention und Gesundheitsförderung) unter dem Durchschnitt aller befragten Länder. Innerhalb Österreichs weist die Steiermark dabei die niedrigste Gesundheitskompetenz aller Bundesländer auf: Beim Teilindex "Prävention" liegt der Anteil der Steirer/-innen, die über eine ausreichende oder exzellente Gesundheitskompetenz für diesen Bereich verfügen, bei 47,4% (Österreich: 55%), beim Teilindex "Krankheitsbewältigung" bei 43,9% (Österreich 54,9%) und beim Teilindex Prävention bei 33,3% (Österreich: 41,8%). (Quelle: Fonds Gesundes Österreich)


Gesundheitskompetenz von Jugendlichen

Eine im Auftrag des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger durchgeführte Studie eruierte - ebenfalls im Jahr 2012 - die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen in Österreich. Demnach weisen knapp mehr als die Hälfte der österreichischen 15-Jährigen eine limitierte Gesundheitskompetenz auf (47 Prozent eine problematische und 11 Prozent eine unzureichende Gesundheitskompetenz), während sechs Prozent über eine ausgezeichnete und 36 Prozent über eine ausreichende Gesundheitskompetenz verfügen. Diese Studie zeigte außerdem einmal mehr, dass sozioökonomische Determinanten (finanzieller Status, Bildungsstand der Eltern, etc.) einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen haben. Deutliche Unterschiede zeigten sich außerdem in regionaler Hinsicht: Jugendliche aus der Steiermark und aus Kärnten weisen deutlich häufiger eine limitierte Gesundheitskompetenz auf als Jugendliche aus Rest-Österreich. (Quelle: Österreichischer Kinder- und Jugendgesundheitsbericht 2015, S. 75f.)


Schwerpunkt Gesundheitskompetenz

Sowohl in den Österreichischen Rahmengesundheitszielen (Ziel 3: "Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken"), als auch in den Grundätzen der Steirischen Gesundheitszielen ("Gesundes Leben mitgestalten") wird der Förderung der Gesundheitskompetenz eine große Bedeutung beigemessen.
In der Steiermark legt der Gesundheitsfonds Steiermark aktuell einen besonderen Schwerpunkt auf dieses Thema. Neben "XUND und DU" werden zahlreiche Maßnahmen initiiert, die die Gesundheitskompetenz unterschiedlicher Zielgruppen stärkt:
Neben der Schulung der neuen Primärversorgungszentren ("gesundheitskompetente Gesundheitszentren") betrifft dies beispielsweise die Zielgruppe der benachteiligten Schülerinnen und Schüler (Peer-Projekt "Jugendgesundheit-Coach") oder jene der chronisch Kranken und anderen Patient/-innen (z.B. "IPS Methodenschulung Gesprächsführung mit PatientInnen verbessern" oder "PatientInnenuniversität"). Außerdem werden mehrere Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz allgemein bei Erwachsenen umgesetzt (z.B. "Auf Gesundheitskurs", "Gemeinsam Gesundheit Gestalten" oder "Der Gesundheitskompetenz-Ring 007"). 
Das Projekt XUND und DU - Steirische Jugendgesundheitskonferenzen rundet das Spektrum ab und ergänzt die Maßnahmen für die Zielgruppe der Jugendlichen.

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